Damals


Der Dorfbarbier

Komische Oper in einem Akt von Josef Weidemann

Musik von Johann Schenk

 

 

 

Lux, Dorfbarbier  - Bass                              Peter Laube (Kl.10b1)                                                       

Suschen, sein Mündel, Sopran                    Silvia Schankin (Kl. 12a)

Rund, Schulmeister, Bariton                        Werner Gottschaldt (Kl.10b2)

Joseph, Sohn des Pächters, Tenor
                   Siegfried Voitel - Bühnen der Stadt Zwickau

Adam, Barbiergeselle - Bariton                    Rolf Lesener

Margarete,  Mezzosopran                            Regina Thoss (Kl.9a)

Peter, Schneider - Tenor                              Reiner Franke (Kl. 12b2)

Philipp                                                          Manfred Kober (Kl.11b2)
Thomas - Geschworene/ Bauern
                        Albrecht Poller (Kl.9b2)

 

                                                         *******

Musikalische Leitung                                    Reinhold Stiebert, Musiklehrer

                                 
Regie                                                            Günter Adler, Deutschlehrer
                                                                     Ingrid Holzapfel (Kl. 12a)

Bühnenbild und Ausstattung                         Margarete Hansen, Kunsterzieherin
                                                                      Monika Hillert (Kl. 11a)

Masken                                                          Karl Lamprecht, Maskenbildner Bühnen der Stadt Zwickau

Souffleuse                                                     Birgit Fiedler (Kl.9a1)
                                                                      

Es spielen Mitglieder des Städtischen Orchesters Zwickau, sowie Lehrer und Schüler der Käthe- Kollwitz Oberschule

Handlung:

Lux, der Dorfbarbier, ist ein großsprecherischer Quacksalber, der für alle Gebrechen nur eine Medizin kennt - Schinken! Damit betrügt er die Bauern, ihre Einfältigkeit ausnützend, und scheffelt Geld.
In seinem Hause lebt Suschen, ein junges, schönes, fleißiges Mädchen, Lux' Mündel. Ihr steigt der alte, selbstgefällige Geck nach, um sie zu ehelichen.
Wir freuen uns, wenn Suschen und Joseph, ihr Geliebter, im Bündnis mit dem Schulmeister Rund, Lux einen wohlverdienten Streich spielen. Weder die angebliche Erbschaft noch das reizende Mädchen werden wahr werden.
Am Schluss wird er von allen verspottet, ohne es selbst recht zu begreifen.

Dies heitere, unbeschwerte Werkchen, in dem sich eindeutige Parallelen zu Rossinis "Barbier von Sevilla" feststellen lassen, wurde im Jahre 1796 in Wien uraufgeführt und strahlt noch ganz den Geist der Mozartzeit aus. Es war damals eines der bekanntesten und meistgespieltesten deutschen Singspiele.
Wenn der Komponist Schenk (1761 bis 1836) auch nicht die musikalische Aussagekraft und dramatische Konzentration seines großen Zeitgenossen Mozart erreicht, so verfügt der "Dorfbarbier" doch über eine zügige, publikumswirksame Handlung.

          

                   Lux mit Suschen                       Suschen und ihr Geliebter Joseph          Joseph, Suschen und Margarete

             Suschen singt:" Mädchen kann man leicht betören, lobt man sie nur ins Gesicht. Wenn 
                                    die Männer Treu euch schwören, oh, so traut den Heuchlern nicht!"                                         

                 


Die Musik ist elegant- schwungvoll und erreicht in mancher Melodie einen geradezu hinreißenden Esprit.
Beispiel:
Septett oder Szene Lux, Joseph: "Der Tod sitzt ihm schon auf der Zunge.."

"Wenn wir es wagten, mit Schülern auf der Bühne und im Orchester an solch immerhin anspruchsvolles Werk heran zu gehen, so soll das von dem Willen zeugen, an unserer Schule die Kunst aktiv zu pflegen
und vorhandene Talente auch an größeren Aufgaben wachsen zu lassen.
Wir können an einer richtigen Oper natürlich nur mit der großzügigen Unterstützung durch die Städtischen Bühnen Zwickau arbeiten, wofür wir an dieser Stelle nochmals danken möchten."

                                                                     G. Adler - Juli 1962

       

 

                Duett Lux und Suschen: " Du lächelst, kleiner Schelm,was gilts, du riechst den Braten?"
                Terzett Joseph,Suschen, Rund:" Wir werden die Hände verbinden"
                Duett Suschen, Joseph; "Wir werden die Tage verscherzen, vergnügt, wenn der Morgen erwacht!"

                                                                   

Linkes Foto: S. Schankin - Suschen, Birgit Fiedler - Souffleuse, Regina Thoss- Margarete

Rechtes Foto: Regina Thoss und Silvia Schankin (heute Grad) nach erfolgreicher Premiere

                                                         FotosAufführung des Singspiels am 2.Juli 1962

 

 

 

 

 

 

Bastien und Bastienne


Singspiel von W. A. Mozart

 

 

Bastien: Siegfried Voitel, Tenor - Bühnen der Stadt Zwickau
Bastienne: Silvia Schankin,  Sopran, Kl.12 der Käthe Kollwitz- Oberschule Zwickau
Colas, der Zauberer: Peter Laube, Kl. 10 b der KKS

Nach erfolgreicher Aufführung unserer Schuloper am 12.02.1962

 

 

 Schüler auf der Opernbühne

Als Höhepunkt des Abends wurde das Singspiel "Bastien und Bastienne" des zwölfjährigen Mozart geboten, das 1768 erstmalig aufgeführt worden war.
Man muss staunen, wie packend diese kleine Kostbarkeit trotz verhältnismäßig kurzer Probezeit gestaltet wurde. In dankenswerter Weise unterstützten Berufskünstler mit guten Ratschlägen die Inszenierung, deren technische und bühnenbildnerische Einrichtung ebenfalls von Schülern bestritten wurden.

Die Abiturientin Silvia Schankin sang die Bastienne mit bewunderswertem musikalischem Einfühlungsvermögen, wobei sie von Szene zu Szene mehr Sicherheit gewann. Ihre Stimme verrät ein sehr schönes Naturtalent, dessen Ausbildung sich lohnte!

Der Schüler Peter Laube gab den Colas stimmlich und darstellerisch sehr sicher und lebendig.

Siegfried Voitel vom Chor des Stadttheaters lieh seinen geschmeidigen Tenor dem Liebhaber Bastien.
Sehr schön, wie er als Berufskünstler sich gegenüber den Laien zurück hielt!

Auf jeden Fall war dieser Abend überaus erfolgreich. Immerhin hatten sich auch zahlreich Besucher eingefunden. Etwa 300 Zuschauer waren an jenem 13. Dezember 1962 gezählt worden.

Wie der Beifall bewies, hat den Besuchern diese Veranstaltung sehr gut gefallen. Hoffen wir, dass sie bald eine Wiederholung findet.

                                                   Redaktion "Pulsschlag"  - Februar 1962

 


Klassentreffen in der alten "Penne" am 3. November 2007

An diesem Samstag hatte ich Sonne erwartet. Doch der Himmel malte starres Grau und Nieselregen ließ
ab und an spüren, dass der Monat seinem Namen alle Ehre macht.

Mit gemischten Gefühlen begab ich mich zum Käthe- Kollwitz- Gymnasium (einst Erweiterte Oberschule Käthe Kollwitz), das am heutigen Tage ihr 95- jähriges Bestehen begeht und in dem wir uns, die Abiturienten des Jahres 1962, treffen wollten.

Ich ging über alte Wege, denen die Zeit Steine raubte. Nur das herbstlich gefärbte Laub verlieh ihnen Schönheit, wie ich sie im Herbst besonders mag. Doch auch hier, in den Straßen um unsere ehemalige Schule, zeichnet sich ab und an Verfall in Häusern, daneben prunkvoll restaurierte Bürgerhäuser mit prächtigen Stuckelementen, die auf Mieter zu warten scheinen, denn die Fenster zeigen sich noch schmucklos.

Da, am Ende der Straße mit den farbenfrohen Ahornbäumen, unsere ehrwürdige "Penne", unverkennbar schon ihr Äußeres, an dem sich seit damals- und das sind immerhin 45 Jahre, keinerlei Veränderung zeigt.
Ich fotografiere die große Schultür, die damals schon, öffnete man sie, enormen Kraftaufwand abverlangte.

Es dauert mich lange und wir scheinen vollzählig angekommen- leider zählen wir nur zwölf "Ehemalige".
Ich erkenne alle auf Anhieb, auch ich werde sofort erkannt. Es ist ein Umarmen, ein Lachen, unentwegtes Erzählen, ein vertrauter Umgang, als habe man sich nie aus den Augen verloren!
Erste Fotos entstehen und dann gehen wir ins Gebäude, das sich vor der inneren Flügeltür so gar nicht verändert hat. Stumpf und grau, gar nicht zum Lernen einladend, dämmert der Aufgang vor sich hin. Die Farben wie damals, Schandstellen mit Plakaten notdürftig überdeckt. Mich fröstelt ein wenig, als ich diese Altbestände bemerke.
Als wir weitergehen, schaue ich in helle Flure und moderne Klassenzimmer und Fachkabinette, einen Musiksaal, der seit damals vergrößert wurde und auch einen wundervollen Flügel beherbergt.


Wir staunen, als wir unser ehemaliges Klassenzimmer betreten. Es ist modern ausgestattet und lädt uns zum Verweilen ein. Sofort bemerken wir das Fehlen der zweiten Tür. Alles ist liebevoll eingerichtet.
Wir setzen uns so wie 1962, als wir Oberschüler der Klasse 12A waren. Leider sind wir nur zwölf Frauen, doch wir haben unseren Spaß, weil wir an so manche Episode und an so manchen Lehrer denken.
Seltsamerweise ist auch das Verhalten der Ehemaligen wie damals, einesteils aufmerksames Zuhören und dann wieder Kichern und Quatschen und Rufe, wie. "Wisst ihr noch ..?"
Fast komme ich mir wie 17 Jahre vor ...

So manche Geschichte kommt uns in den Sinn:
Unsere Chemielehrerin, die sich gegen nichts und niemanden durchsetzen konnte, unser Mathelehrer, genannt "Strich", der überaus aggressiv handelte, wenn einer seine Stunde störte, der sogar ab und an
Schlüsselbund oder Kreide auf die Übeltäter warf.
Im Musikraum erinnere ich mich an meinen Musiklehrer, der mir für kurze Zeit auf die "Bretter, die die Welt bedeuten" brachte und mir riet, Sängerin zu werden.

In der neuen Turnhalle dann Überraschung pur, als mich mein damaliger Biologielehrer, inzwischen über 80 Jahre alt, ansprach und meinte:" Das ist doch die "Schankin" (mein Mädchenname)! Wenn nun noch "Laube" (mein Partner in den Singspielen) käme, könnten Sie ein Duett singen!"
Dass er mich sofort erkannte, bewies mir, dass ich doch eine angenehme Erinnerung hinterlassen hatte.

Doch mich beschlich Kälte, als ich mich in der riesigen, modernen Turnhalle umschaute, die ich schon damals hasste, weil mir jede Sportlichkeit fehlte.
Doch auch solche Erlebnisse prägen und lassen sich nicht beiseite schieben. Denn: Alles Negative
beinhaltet auch ein wenig Positives, nur, dass man es meist erst später bemerkt ...

Später dann, vor Verlassen des Schulgebäudes, blicke ich nochmals aus dem Fenster auf den Schulhof
und bestaune die mächtige Platane, die nun fast in die Schulfenster reicht. Sie hat schon so manche Träne gesehen von jungen Leuten, die unter Prüfungsversagen litten.
Dennoch, auch heute noch- eine alterslose Schönheit, wenn auch derzeit ohne Blätter.
Auf dem Hof glauben wir noch den Platz zu erkennen, an welchem wir immer zu den Appellen antreten mussten, in FDJ- Kleidung und in geordneten Reihen, unter der Fahne der DDR.

Die Schulhausbegehung ist nach zwei Stunden beendet und wir gehen in die Cafeteria eines Museums in der Nähe der Schule.
Während unserer Gespräche stellen wir fest, dass vier unserer Mitschüler bereits nicht mehr unter uns weilen. Viele haben im Laufe der letzten Jahrzehnte ähnliche Schicksale erlitten:
Ehescheidungen, Krebsleiden, Verluste von Partners oder sogar Kindern. Alles in allem denke ich, dass die Würfel des Lebens eben von keinem selbst gelegt werden können.

Für mich steht fest, dass in fünf Jahren, wenn unsere "Penne" 100 Jahre alt werden wird,
ich wieder mit dort sein werde.

Aber wer weiß schon, was das Leben noch so mit uns vorhat ...

                                                                                        Silvia Grad  2007