Gedichte


       

Es gibt Momente,
da ist die Seele offen,
  und        
die Farbe des Lichts,
das hineinfällt ins Dunkle,
vergisst man nie...

 

fotografiert: 31.Juli 06 - (c)Silvia Grad

  

märzneige

aus haselkätzchen
treiben
zarte staubfäden

bienen
mit gelben pluderhöschen
tummeln sich auf ihnen

sonne glitzert

spitzen von tulpen
und narzissen
schieben sich
durch die erdhaut

gänseblümchen
betüpfeln
wiesen

von ferne...
morgengrüße
zweier hähne

       (c) Silvia Grad 04         

          

Blütenträume

 

Zarter Hauch des Frühlinswindes

streift  mein sehnend' Herz.

Schwingen meines Glücksempfindens

drängen sonnenwärts.

 

Feine Frühlingsdüfte schweben,
legen Blüten um mein Herz-

Blütenträume zu erleben
lindert des Alleinseins Schmerz.

 (c) Silvia Grad

Feingefühl 

Ein Mensch macht Fehler,
wird vom anderen bloß gestellt.
Was ist nur los
in unserer "heilen Welt"?

Will der andere beweisen,
dass er es besser kann;
sich klüger dünkt
als der Nebenmann?

Mit Worten verletzen
bedeutet Schläge erteilen
und die Wunden sind
mit Entschuldigung kaum zu heilen.

(c)Silvia Grad 01

Manchmal

ist es

ein zaghaftes Lächeln nur,
das hinterlässt eine ewige Spur

ein einziger, flüchtiger Augenblick,
der zaubert in dir
eine Ahnung von Glück

ein unbedacht dahingesagtes Wort,
das Hoffen zerstört
und trägt weit fort.

 Das kann geschehen
in einer Sekunde:

Du schenkst Glück
oder
schlägst eine Wunde.

(c) Silvia Grad

 

Stiefmütterchen

Der Blütenduft, betörend,

der um die Nase schwebt,

ergreift auch meine Sinne,

umnebelt und belebt.

 

Er webt ein zartes Traumnetz,

bunt schillernd, leuchtend hell,

entführt, darin gefangen,

ins Reich des Traums mich schnell.

 

Er lässt die Müh des Lebens

im Abseits tief versinken

und mich  berauscht vom Saft

des Blütencocktails trinken.

 

Die Bilder, die wie Feen

in meine Seele gleiten,

sie können zum Erfüllen

geheimster Wünsche leiten.

 (c)Silvia Grad

 

Alles lebt - alles tönt

Der Wind spielt sanft mit Gräserhalmen -
ein zartes Regen und Bewegen.
Ein kleiner Käfer übt das Klettern -
ein Löwenzahn kommt ihm entgegen.

Bummelzüge starten Hummeln -
auf rotem Mohn sich Käfer tummeln.
Ameisen kleine Lasten bringen -
Glockenblume lässt Blüten singen.

Federnelken sind Landeplätze
für schillernde Schmetterlingsflügel.
Wolkenfedern gleiten am Himmel
und verschwinden hinter dem Hügel.

Ein lustiges Käfergezappel
mit lebhaftem Blütengebimmel!
Goldgelbe Sonne schickt nun Strahlen
aus leuchtend blauem Sommerhimmel.

(c) Silvia Grad

 

Zwiesprache mit Steinen am Strand

 

 

Lange schon

 

                    trotzt ihr

 

                                  dem Wasser,

 

wenn Welle auf Welle,

 

                    Tag und Nacht

 

 

                                   euch umtost.

 

WIR sind nicht aus Stein,

 

                    sind nicht geschützt

     

                                     durch Härte,

 

aber umgeben

      

                    von einer KRAFT,

 

                            die uns bestehen lässt.

 

(c)Silvia Grad

 

 

Gegenwind

 

Geh’ deinen Weg gegen den Wind,

denn wer Widerstand entdeckt,

verborgene Kraft in sich weckt.

 

Glaube gegen den Wind,

denn wer Zweifel aushält,

salomonische Urteile fällt.

 

Hoffe gegen den Wind,

irgendwann  dreht er sich

und treibt vorwärts dich.

 

Denke gegen den Wind,

die Antwort ist unbekannt,

doch du schärfst den Verstand.

 

Lache gegen den Wind,

dreh’ fröhlich den Spieß herum,

denn der Wind wirft dich nicht um.

 

(c) Silvia Grad

 

Energiefluss

 

Schlage deine Arme

 um einen großen,

 alten Baum

und

 spüre die Energie,

 die ihn durchströmt.

Ziehe mit ihr

durch die winzigen Haarwurzeln

hoch bis in seine Krone.

 

Spürst du,

 wie er aus Mineralien,

aus Wasser und Erde,

aus Licht und Luft

seine Blätter und Wurzeln gestaltet?

 

Auch wir können

das Einfache

 unseres Lebens verwandeln.

 

Am Ende brauchen wir nicht viel,

und

 das befreit uns

und

 macht uns stark.

 

(c) Silvia Grad

 

 

 

Luther - Eiche in Hohenstein- Ernstthal

 

 

 

Septemberaquarell

Sommerfliederduft im Garten,
ein Admiral, ein Kleiner Fuchs,
ein Tagpfauenauge, ein Distelfalter
und ein kleiner Kohlweißling
schwirren um die lila Blütendolden,
lassen sich auf ihnen nieder
und saugen genussvoll Nektar.

Erdhummeln, zuhauf, auf Zinien,
die aufrecht, in Pastelltönen,
am Wegrand leuchten.

Ein braun-beiges Taubenschwänzchen
schwirrt zu rosafarbenen Geranienblüten,
saugt mit seinem langen Saugrüssel Blütensaft;
ohne sich niederzulassen,
surrt, fast wie ein Propeller.

Welch' ein Naturwunder!

Herbstzeitlose, in zartrosa Farben,
neben Koniferen,
ihre Blüten geöffnet,
wie kleine Kinderstuben,
laden sie ein zum Betrachten.

Verführerisch locken Himbeeren
in leuchtendem Rot.
Ihre Süße lässt noch Sommer schmecken.

Klarblau der Himmel,
nur ein Segelflieger
zieht einsam seine Bahn.

An der Brombeerhecke
eine dicke, graue Katze,
reglos in hohem Gras,
auf Beute lauernd ...

Jungfer im Grünen,
schon längst vergraut
ihr einst leuchtend blaues Kleid.

An der Pergola
der rankende Wein -
sein Laub in herbstlichem
Rot, Gold und Gelb.

Auf dem entlaubten Pflaumenbaum
lustiges Zirpen der Kohlmeisen;
weithin schallend.
Ob wohl ein Junges
aus unserem Nistkasten dabei ist?

Alles noch in Bewegung,
doch schon in Veränderung -
wie jedes Gartenjahr.
  (c) Silvia Grad - 07

 

 aktualisiert:
21. September 08