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Meine Stadt
Reizvolle Landschaft Vorland des Erzgebirges Naturidylle
Rathaus 2004 Altmarkt 1989
Berggasthaus auf dem Pfaffenberg
Karl May - Schriftsteller
berühmter Sohn dieser Stadt Schöpfer Winnetous Seine Schriften ziehen viele Leser in seinen Bann
· 1679 - der Hohensteiner Handelsherr Jacob Simon errichtete außerhalb Hohensteins ein Waldhaus am „oberen Haynholz“ · 1680 – sein Sohn Johann Simon erhielt, von Dresden kommend, infolge einer Pestepidemie Zutrittsverbot nach Hohenstein. Er ließ sich im Haus seines Vaters nieder, erwarb größere Grundstücke und gab diese an Bauwillige. Gleichzeitig bat er die Herren Christian Ernst und August Ernst von Schönburg um Unterstützung für seine Baustadt „an den Waldplätzen“. · 1687 – diese auch „Neuhohenstein“ genannte Siedlung erhielt den Namen Ernstthal und es erfolgte eine Grundsteinlegung für eine Kirche. · 1689 – die Kirche wurde auf den Namen „St.Trinitatis“ geweiht. · 1694 - Ernstthal erhielt das Marktrecht · 1695 – im heute noch existierenden Kantorat wurde die erste Schule eingerichtet. · 1711 – eine Fleischerinnung gründete sich in Ernstthal · 1735 – mit der Beerdigungsgesellschaft „Memento mori“ gründete sich einer der ersten Vereine Ernstthals. · 1735 – die Strumpfwirker erhielten den Innungsbrief · Um 1815 – in Ernstthal lebten rund 2000 Einwohner in 260 Häusern · 1820 – die „Lügenschmiede“ wurde erbaut · 1822 – auf Ernstthaler Flur begann man mit Steinkohlenbergbau. · 1838 – die St. Trinitatiskirche erhielt für 2643 Taler einen Turmanbau. · 1842 – am 25. Februar wurde Karl May in Ernstthal geboren · 1856 – im Neustädter Schützenhaus gründeten sich die Ernstthaler Freiwiliige Feuerwehr und der Sportverein Ernstthal. · 1886 - das alte Rathaus, in welchem sich auch die Gaststätte „Zur Tanne“ befand, wurde abgerissen. · 1896 – ein Denkmal für König Albert von Sachsen wurde errichtet · 1998 – Vereinigung von Ernstthal mit Hohenstein. · 1905 – die Pestalozzischule entstand anstelle der alten Rektoratsschule · 1910 – der Bergbau endete mit der Schließung von St.Lampertus · 1911 – der Erzgebirgsverein feierte sein erstes Bergfest und baute sich das Berggasthaus. · 1913 – der neue Ernstthaler Friedhof an der Lindenstraße wurde seiner Bestimmung übergeben. · 1921 – 23 – Bau einer Strumpfwirkerei an der Dresdner Straße durch die Firma ETAM, später als „Vinora“ bekannt. · 1946 – 48 – der Fabrikant Reichel baute eine Weberei ( später VEB MALITEX) · 1978 – 84 – das Wohngebiet an der Sonnenstraße entstand · 1980 – Eröffnung der Wilhelm – Pieck – Schule (heute Herderschule) · 1985 – Eröffnung eines Museums im Geburtshaus von Karl May · nach 1990 – weitere Wohngebiete an der Scheerwiese, am Logenberg, im Fuchsgrund und am Hasenhügel entstanden · 2001 - die „Karl –May- Begegnungsstätte“ wurde übergeben. „Ihr Rauden!“, ruft ein als Frau verkleideter Mann mit grünem Kopftuch und Plastikeinkaufsbeuteln. Erika wurde sie genannt – als Original war sie beinahe jedem bekannt – am 23. Juni 2004 verstarb Erika Ott im Seniorenwohnheim in Ernstthal. Tagein, tagaus zog sie am frühen Morgen los, stapfte quer durch die Stadt und nahm ihren Trunk aus Bier oder Schnaps unterwegs ein. Irgendwie gehörte sie damals ins Stadtbild und wurde zur Legende. Sie wechselt die Straßenseite und spricht unter Gelächter der Zuschauer einen Passanten an: „ Ich hab’ Durscht.“ Er reicht ihr sein Glas Bier. Erika – sie ist fast ein Star beim Festumzug in Ernstthal. Welch’ ein Glück – sie hat ganz in der Nähe Helfer der DRK, die ihr, als sie ins Wanken gerät, hilfreich zur Seite stehen. Sie lässt sich unterhaken und lacht: „Ihr Rauden!“ Eng beieinander stehen sie, die Gäste der Stadt und ihre Einwohner. Wir haben unseren Wartepunkt an einer Kurve, gegenüber des Blumenladens „Koch“ gewählt und können so das Geschehen wie in einem Film verfolgen. Vorbeigefahren ist das Polizeifahrzeug, das nur einer stoppen konnte: Robbi Troppschuh, der später, an der Ernstthaler Schranke, von jedem „Grenzgänger“ Wegezoll für ein Behindertenfahrzeug fordert. Vorüber gezogen sind auch Gevatter Tod und die Pestärzte. Die Pest war es, die 1680 zur Gründung der Waldsiedlung vor den Toren Hohensteins führte, aus der Ernstthal entstand. Auch Oberbürgermeister Erich Homilius und Landrat Scheurer haben, in historische Gewänder gehüllt, das Spalier bereits durchschritten, wie auch Wagen der Kirche St.Trinitatis, der Errichtung des Brauhauses, des Zusammenschlusses der Weberinnung und der Gründung des Gesangsvereins „Lyra“ sowie der Theatergruppe „Batzendorf“ berichteten, vorüber gerollt sind. Lautstark kommt die Bergbaugeschichte daher, der Freundeskreis Geologie und Bergbau hat sich das Oelsnitzer Bergmusikkorps als Verstärkung geholt. Karl May hingegen sorgt höchstpersönlich dafür, dass hingehört wird. „Die Uhr hab’ ich ‚ ne gemaust!“, schreit er unaufhörlich und schwenkt dabei einen riesigen Wecker. Ihm dicht auf den Versen sind seine eigenen Romanfiguren, wie z.B zwei Heiratsschwindler, die , in Ketten gelegt, nun ihrer Strafe entgegen sehen. Kleingärtner, Kindergartenkinder, Grund –und Mittelschüler, Handwerker und Gewerbetreibende, die Hot –Devils mit ihren Seifenkisten, der Erzgebirgsverein, die „Bunte Post“ – alles, was in Ernstthal lebt und aktiv ist, zieht zu Fuß, in bunt geschmückten Wagen oder historischen Gefährten vorüber und sorgt bisweilen für laute Lacher. Die gibt es auch beim Ausruf „Fenstern!“ Was dieser Ausfruf aus dem Munde eines Feuerwehrmannes bedeutet, bekommt ein Ernstthaler zu spüren. Ein junger Mann reicht ihm den „Löscheimer“ ins Fenster der ersten Etage. Kurz darauf sind die Feuerwehrleute, genannt Floriansbrüder, um flüssigen „Proviant“ reicher. Wir stehen in der Nähe eines Teiches. Dort hält der Zug der munteren Löscher an. Sechs Leute füllen die Löscheimer voll, reichen sie weiter, füllen damit den Löschzug, dann wird gepumpt ..und promt ergießt sich ein mächtiger Wasserschwall, und zwar nicht nur auf das Straßenpflaster, sondern.. auch in die Menschenmenge, die sich trotz der nassen Spende köstlich amüsiert. Das Ende des Zuges biegt in die Karl –May – Straße ein. An der Insel löst sich die Menschenmenge auf. Klappstühle werden geschultert, Fotoapparate und Kameras verstaut. „Schiiene wors!“, höre ich’s hinter mir sagen. Und sie ziehen heimwärts, alle jene, die sich ein Stück in die Vergangenheit unseres Ernstthales entführen ließen. Die Schönburger Herrschaften Bergmannszug Winnetou und seine Brüder und Schwestern Wasser Marsch! Feuerwehr anno dazumal... „Auf Wiedersehen im Jahr 2010 zu 500 Jahre Hohenstein!“ Seite aktualisiert im Juli 2007
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