Sternenbetrachtungen Nur ein Planetariumsbesuch - Nachbesinnung
Es ist ein Wunder – dieses, unser unendliches Universum! Wie klein erscheint die Erde! So winzig, dass die Bewohner der anderen Planeten (falls es jene gibt) nicht bemerken würden, wenn es unsere Erde vielleicht einmal nicht mehr geben würde. Und ... wie unscheinbar nimmt sich der Mensch in der Masse der Menschen aus! Doch ...wie groß sind bisweilen Probleme, die er sich oftmals selbst schafft oder jene, die ihm auf - oder an gezwungen werden. Wunder Leben – Wunder Erde! Mich regt diese Betrachtungsweise zum Philosophieren an. Plötzlich sehe ich alles in anderen Zusammenhängen. Es grenzt an ein kleines Wunder, wenn Probleme in NICHTS zerfallen können, betrachtet der Mensch sie aus einem anderen Blickwinkel ! Liegt es nicht an uns selbst, in welche Richtung wir unsere Gedanken fließen lassen? Gibt es wirklich Gedanken, die in fortwährendem KONTRA zueinander stehen? Oder sind es gar verschiedene Stimmen, die uns sagen, WAS wir WIE, WANN und WO tun sollen? Ist es so, dass jedes Lebensjahrzehnt dem Menschen andere Blickwinkel öffnet, ihm freien Zugang zu jenen verschafft und ihn experimentierfreudiger macht? Gibt es SCHICKSAL, dem wir uns fügen müssen? Oder sind es Dinge, die wir, nur wir ganz allein, durchstehen und durchkämpfen müssen? Fragen ohne Ende ... Ist das Leben an sich nicht ein einziges Frage – und Antwortspiel, ein ewiges Hinterfragen seines Sinns?
Blickwinkel (zum Thema „Sternenbetrachtungen) Immer, wenn ich Aufnahmen von der Erde aus dem Weltall sehe, empfinde ich, wie sehr es bei der Bewertung der Dinge auf die Perspektive ankommt. Schon aus der von uns erreichbaren, nach Weltraummaßstäben geringfügigen Entfernung erscheint die Erde als kleiner (Spiel) Ball, auf dem wir unsichtbar wie winzige Ameisen hocken. Obwohl damals der Menschheit ein solcher Blickwinkel noch nicht beschieden war, spricht die Bibel davon, dass der Mensch nicht mehr als ein Körnchen Sand in der Wüste sei... Ich meine schon, dass es bei manchen scheinbar unlösbaren Problemen hilfreich ist, wenn der Mensch sich dessen bewusst ist.
Zeit(t)räume Neulich beim Arzt im Wartezimmer. Zwei Frauen neben mir unterhalten sich. Sagt die eine: „ Als ich heute das Kalenderblatt abriss, habe ich gedacht: In zehn Monaten ist bald Weihnachten. Wo es doch erst war! Die Zeit ist aber auch immer weg wie nichts!“ Die andere Frau widerspricht dem nicht. „Eins, zwei, drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit“ formulierte Wilhelm Busch. Oft kommt es uns auch so vor. Die Zeit rennt – fliegt dahin – ja, fast flieht sie ... flüchtige Zeit. Doch manchmal ist es genau umgekehrt: die Zeit schleicht vorwärts: Wenn wir krank sind, wenn wir tatenlos darauf warten, dass wir auf irgendeinem Amt aufgerufen werden, wenn wir ohnmächtig einem Schicksal ausgeliefert sind, das andere bestimmen. Dann tropft die Zeit unendlich langsam: Quälende Zeit. Nun noch die Zeitvergessenheit: Augenblicke, in denen Zeit still zu stehen scheint, von denen wir beim besten Willen nicht sagen können, wie lange sie real gedauert haben. Das kann uns überall begegnen: Beim Anblick einer Landschaft, beim Schreiben, beim Musizieren, beim Malen, in der Liebe- Nennen wir es „Zeiterfahrungen“ : Zeitraffer, Zeitlupe, Zeitlosigkeit – unterschiedliche Zeiterfahrungen, die bei allen Menschen unterschiedliche Reaktionen auslösen: ° Wir möchten die Zeit einfangen ° Wir möchten die Zeit antreiben ° Wir möchten im Schwebezustand der Zeitlosigkeit verharren. Doch – keiner der Wünsche lässt sich erfüllen. ZEIT führt ihr Eigenleben.
Sind wir also der Willkür der Zeit ausgeliefert?
Z E I T
ist ein Phänomen, das man „Zeitqualität“ nennt, eine Vorstellung, die mit dem antiken Griechenland in unserem Denken untergegangen ist, bzw. sich nicht in unsere Gesellschaft hinüberretten konnte. Die Griechen kannten noch keine „kairos“, das ist die gefühlte, also subjektive Zeit. Andere Kulturkreise, außerhalb der unsrigen, europäischen, kennen sie auch noch. WIR haben diese Zeitkategorie leider vergessen, es gibt kein Wort mehr dafür. Zeit wird im Abendland nur noch gemessen und zerstückelt, aber nicht mehr gefühlt.
Ketten der Zeit Morgens, wenn wir unsere Armbanduhr anlegen, legen wir uns in eine Art „Ketten“. So - kann man gleich das Thema Freiheit mit einbeziehen. Freiheit ist für mich auch Zeit haben. Zeit, die man möglichst sinnvoll nutzen sollte. Diese Freiheit ist aber oft durch den menschlichen Zeitmesser und die Termine eingeschränkt. Wenn ich mir dieses Zerstückeln meiner Zeit bewusst mache, dann bin ich dennoch frei, auch wenn ich gehetzt erscheine. Wenn ich wirklich leben, mein Leben, meine begrenzte Lebenszeit nutzen will, lohnt sich der Versuch immer. Jede Minute im „Jetzt“ wiegt kein „hätte“ oder „würde“ auf.
HEUTE leben ... JETZT – IN DIESEM AUGEN B L I C K.
Wann
hast du
das letzte Mal
dein Leben hinterfragt?
vor Freude geweint?
echte Verbundenheit gespürt?
wahrgenommen, was um dich herum passiert?
selbstlos anderen etwas gegeben?
ohne Misstrauen von anderen etwas genommen?
das letzte Mal in Flammen gestanden?
WANN
wirst du lernen,
dein Leben zu leben ?
Zwischen Traum und Wirklichkeit Ein wenig ungläubig war ich, als es hieß, dass man bei einem Sommerkonzert der Ballettinszenierung „Carmen“ im Hof der Wartburg auf Pappkartons sitzen müsse! Doch... es war erträglicher als erwartet, denn das romantische Flair entschädigte für die gewöhnungsbedürftige Sitzhaltung. Das Ambiente des Himmels tat ein Übriges. Getaucht in unendliche Farbfacetten, von rot über rosa, bis hellblau, unterbrochen durch weiße Balken und Muster, strahlte die Sonne bis spät und tauchte uns in ihr orangegelbes, warmes Licht. Ohne Hast griff sich jeder Besucher sein Sitzmöbel und belegte ( bestellte) einen für ihn geeignet erscheinenden Platz. Ein Knistern arbeitete in mir, Spannung auf das Bühnengeschehen. Ballett an sich ist nicht mein „Metier“, doch das romantische Flair und die Musik ließen mich alles um mich herum vergessen. Nicht nur das bunte Treiben auf der Bühne zog mich in seinen Bann. Bisweilen spazierten meine Blicke an den Säulen des Wandelganges der Wartburg entlang und fingen sich im dichten Blattwerk eines riesigen Baumes hinter den Kulissen. Und... ich fühlte mich zurück versetzt in jene Zeit des Mittelalters, in der ich mich als Burgfrau wähnte. Bizets Musik tat ein Übriges und meine Fantasie webte Muster. Doch die Akteure auf der Bühne, insbesondere Carmen mit ihrem wundervollen Tanzen, riefen mich in die Gegenwart zurück. Wohl fühlte ich mich und glücklich, dass ich das alles erleben durfte. Das Ensemble erhielt viel Beifall. Voller Begeisterung klopften wir dabei an unsere „Sitzmöbel“. Rhythmisch erhob sich das Echo zwischen den Mauern der Wartburg. Fast wie in Trance, eingewebt in meinen Tagtraum vom „Leben als Burgfrau“, wandelte ich die Treppen hinunter zur Bushaltestelle. Während der Heimfahrt begleitete mich ein Nachspiel in Form eines Farbspektakels am Abendhimmel. Farben von rot bis orange, in sämtlichen Nuancen, zauberten eine malerische Himmelslandschaft, an der ich mich nicht satt sehen konnte. Faszination pur! Ich geriet ins Schwärmen: Wundervolle Natur – eigenwillige Farbtraumspiele - das alles erzeugte Glücksschwingungen in mir, unendliches Wohlbefinden durchströmte mich. Ideen zu meinem Gedicht „Frei“ flossen... siehe Seite GEDICHTE
Der große amerikanische Epiker Thomas Wolfe schrieb zu dem Thema ZEIT:
Die Zeit schwindet dahin...schwindet wie das Blatt am Baum... Sie schwindet und welkt dahin wie eine Blume, die Zeit entschwindet gleich dem fließenden Strom...oh, schwindende Zeit... und plötzlich steht sie wieder auf, wie Huf und Rad, so lange schon vergessen. Die Zeit entschwindet wie die Menschen, die nimmer wiederkehren. Und wir, wir bleiben zurück und wissen nur eines: dass Erde, Zeit und Leben seltsamer sind als ein Traum. aktualisiert: 30.Mai 07
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