Flut der Sekunden
unaufhörlich rauscht sie -
im Strom meines Lebens

 

Z E I T zum L e b e n

Wissenschaftler meinen, dass die Zeit etwa vor 13.7 Milliarden Jahren begann, als das Universum entstand.

Ihre Bedeutung wurde uns erst bewusst, als wir anfingen, sie zu messen. Heute ist Zeit unser kostbarstes Gut, denn
 jedem ist die ENDlichkeit unseres Daseins bewusst. Vielleicht erscheinen uns deshalb die Tage oft viel zu kurz:

°  Zeit mit und für die Familie
°  Zeit zum Pläneschmieden
°  Zeit zum "Seelebaumelnlassen"
°  Zeit zum Träumen
 

Heute leben -
jetzt -
in diesem Augenblick

 

WANN
hast du

das letzte Mal
dein Leben hinterfragt,
vor Freude geweint,
echte Verbundeheit gespürt,

wahrgenommen, was um dich herum passiert?

WANN
hast du selbstlos anderen etwas gegeben?
selbstlos anderen etwas genommen?

WANN
hast du das letzte Mal in Flammen gestanden?

WANN wirst du lernen,
DEIN Leben zu leben?

ZEIT führt ihr Eigenleben
Sind wir also der Willkür der Zeit ausgeliefert?

Zeit ist ein Phänomen, das man "Zeitqualität" nennt, eine Vorstellung, die mit dem antiken Griechenland in unserem
Denken untergegangen ist, bzw. sich nicht in unsere Gesellschaft hinüberretten konnte. Die Griechen kannten noch
keine "kairos", das ist die gefühlte, also subjektive Zeit. Andere Kulturkreise, außerhalb der unsrigen europäischen,
kennen sie noch. Wir haben diese Zeitkategorie leider vergessen, es gibt kein Wort mehr dafür. Zeit wird im Abendland
nur noch gemessen und zerstückelt, aber nicht mehr gefühlt.

Ketten der Zeit
Morgens, wenn wir unsere Armbanduhr anlegen, legen wir uns in eine Art "Ketten". Hierbei kann man gleich auch das
Thema "Freiheit" mit einbeziehen. Freiheit- das ist auch für mich ZEIT haben, Zeit, die man möglichst sinnvoll nutzen
sollte. Diese Freiheit ist aber oft durch den menschlichen Zeitmesser und Termine einegschränkt.
Wenn ich mir dieses Zerstückeln meiner Zeit bewusst mache, dann bin ich dennoch frei, selbst dann, wenn ich gehetzt erscheine.
Wenn ich wirklich leben, meine begrenzte Lebenszeit nutzen will, lohnt sich der Versuch immer.

Jede Minute im "JETZT" wiegt kein "hätte" oder "würde" auf.

Oft fühle ich mich in der Zeit gefangen und versuche jeden Tag, jede Stunde " gefühlte Zeit" bewusst zu erleben.
Und wenn es der Blick auf den wundervollen Vollmond ist, das Laufen im Schnee, das Gefühl, wenn erste Sonnen-
strahlen mein Gesicht erwärmen.
Leben - nicht nur der Zeit hinterherrennen ...das ist der kleine, aber feine Unterschied.

Z e i t (t) r ä u m e
Neulich beim Arzt im Wartezimmer. Zwei Frauen neben mir unterhalten sich. Sagt die eine:
" Als ich heute das Kalenderblatt abriss, habe ich gedacht: in zwei Monaten ist nun schon wieder Weihnachten. Wo es
doch erst war! Die Zeit ist aber auch immer weg wie nichts!"
Die andere Frau widerspricht dem nicht.

Ein, zwei, drei, im Sauseschritt,
läuft die Zeit,
wir laufen mit."
So formulierte es Wilhelm Busch.

Oft kommt es uns auch so vor. Die Zeit rennt, fliegt dahin, ja, fast flieht sie ... flüchtige Zeit.
Doch manchmal ist es genau umgekehrt, dann scheint die Zeit vorwärts zu schleichen: Wenn wir krank sind, wenn wir
tatenlos darauf warten, dass wir auf irgendeinem Amt aufgerufen werden, wenn wir machtlos einem Schicksal ausgeliefert sind, das andere bestimmen. Dann tropft die Zeit unendlich langsam: Quälende Zeit.

Nun noch die Zeitvergessenheit: Augenblicke, in denen die Zeit still zu stehen scheint, von denen wir beim besten Willen
nicht sagen können, wie lange sie real gedauert haben.
Das kann uns überall begegnen:
Beim Anblick einer Landschaft, beim Schreiben, beim Musizieren, beim Malen, in der Liebe. -
Nennen wir es "Zeiterfahrungen": Zeitraffer, Zeitlupe, Zeitlosigkeit - unterschiedliche Zeiterfahrungen, die bei allen
Menschen unterschiedliche Raktionen auslösen:
°    Wir möchten die Zeit einfangen
°    Wir möchten die Zeit antreiben
°    Wir möchten im Schwebezustand der Zeitlosigkeit verharren.
Doch keiner dieser Wünsche lässt sich erfüllen.

 

Philosophie für das Alter

 Hast du bemerkt, dass die einzige Zeit in unserem Leben, in der wir älter werden möchten, die Kinderzeit ist?
 Wenn du jünger als 10 Jahre bist, bist du so fasziniert vom Älterwerden, dass du in Zeitabschnitten denkst.
 Wie alt bist du?" "Ich bin viereinhalb." Du bist niemals 36 einhalb. Du bist viereinhalb und wirst bald fünf.
 Das ist der Schlüssel.
 Du wirst ein Teenager und nichts kann dich aufhalten. Du springst zur nächsten Stufe oder überspringst
 sogar eine.
 "Wie alt bist du?" "Ich werde 16." Du könntest auch 13 sein - aber hallo, du wirst 16!
 
Und dann der größte Tag in deinem Leben! Du wirst 18 - jaaaaa!
Und dann wirst du 30. Oh, was geschieht dir? Das hört sich ja an wie saure Milch! Alles wendet sich.
Das ist jetzt kein Spaß mehr. Du bist ein Trauerkloß. Was ist los? Was hat sich geändert?

Du wurdest 21, du wurdest 30 und nun drängelst du auf die 40 zu. Zieh die Bremse! Es entgleitet dir alles.
Bevor du es realisiert hast, bist du 50 und alle deine Träume scheinen vorbei zu sein.

Aber warte! Du wirst 60. Und du hättest nicht gedacht, dass du das schaffst!

So wurdest du 21, 30, drängeltest auf die 40 zu, erreichtest die 50 und jetzt bist du 60 Jahre.

Du hast mit so viel Geschwindigkeit die 70 erreicht, dass dein Leben danach eine Angelegenheit
von Tag zu Tag ist.

Du bist in die 80iger gekommen und nun ist es immer wieder der gleiche Kreislauf:
Du stehst auf, erreichst das Mittagessen, drehst dich um ...und es wird Zeit zum Schlafengehen.
Und das bleibt so bis in die 90iger, dann beginnst du zurückzublicken.
 "Ich war gerade 92."

Und dann passiert Seltsames. Du wirst über 100, du wirst wieder wie ein Kind.
"Ich bin 100einhalb Jahre."
 Mögen alle so gesund sein und so alt werden...

Das sind die Sichtweisen von George Carlin, der im Januar 2010 bereits 102 Jahre alt wurde.

 

Sternenbetrachtungen

Nur ein Planetariumsbesuch
Nachbesinnung -

Es ist ein Wunder, dieses, unser unendliches Universum! Wie klein erscheint die Erde! So winzig, dass die Bewohner
der anderen Planeten, falls es jene gibt, nicht bemerken würden, wenn es unsere Erde vielleicht einmal nicht mehr
geben würde. Und- wie unscheinbar nimmt sich der Mensch in der Masse der Menschen aus ...
Doch- wie groß sind bisweilen Probleme, die er sich oftmals selbst schafft oder jene, die ihm auf- oder angezwungen
werden.
Wunder Leben - Wunder Erde!

Mich regt diese Betrachtungsweise zum Philosophieren an. Plötzlich sehe ich alles in anderen Zusammenhängen.
Es grenzt an ein kleines Wunder, wenn Probleme in NICHTS zerfallen können, betrachtet sie der Mensch nur aus einem anderen Blickwinkel.
Liegt es nicht an uns selbst, in welche Richtung wir unsere Gedanken fließen lassen? Gibt es wirklich Gedanken, die in fortwährendem KONTRA zueinander stehen? Oder sind es gar verschiedene Stimmen, die uns sagen, WAS wir WIE,
WANN und WO tun sollen?
Ist es so, dass jedes Lebensjahrzehnt dem Menschen andere Blickwinkel öffnet, ihm freien Zugang zu jenen verschafft
und ihn selbst experimentierfreudiger macht?
Gibt es SCHICKSAL, dem wir uns fügen müssen?
Oder sind es gar Dinge, die wir, nur wir ganz allein, durchstehen und erkämpfen müssen?
Fragen ohne Ende ...
Ist das Leben an sich nicht ein einziges Frage- und Antwortspiel,
ein ewiges Hinterfragen seines Sinns?

 

Blickwinkel
Immer, wenn ich Fotos von der Erde aus dem Weltall sehe, empfinde ich, wie sehr es bei der Bewertung der Dinge auf
die Perspektive ankommt. Schon aus der von uns erreichbaren, nach Weltraummaßstäben geringfügigen Entfernung erscheint die Erde als kleiner (Spiel)Ball, auf dem wir unsichtbar, wie winzige Ameisen, hocken.
Obwohl damals der Menschheit ein solcher Blickwinkel noch nicht beschieden war, spricht die Bibel davon, dass der
Mensch nicht mehr als ein Körnchen Sand in der Wüste sei ...
Ich meine, dass es bei manchen, scheinbar unlösbaren Problemen, hilfreich ist, wenn sich der Mensch dessen bewusst wird.
                                                                     

                                                                                                                                                                                                      

 

 

 
Morgenstimmung
Foto @ Silvia Grad

aktualisiert am 6.November 2010

 

 


 

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