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R Ü G E N – F L A I R
Wenn Engel reisen
so könnte unser Kurzurlaub im Juni 2004 auch überschrieben werden. Keine 90 km sind wir mit dem Auto unterwegs. Plötzlich zeigt das Display einen Defekt an – rot und mahnend. Notgedrungen fahren wir von der Autobahn runter – nutzen eine Ausfahrt für landwirtschaftliche Maschinen. Die Motorhaube wird geöffnet – alles geprüft – der Wasserbehälter ist kochendheiß, dampft... was nun? Wir warten – fahren langsam bis zum Autohof „Bad Dürrenberg“. Wir rufen den ADAC –Notdienst und... nicht lange, der gelbe Engel kommt angefahren in der Verkleidung eines netten Menschen, der unseren A3 fachmännisch untersucht.
„Nein – Sie können so nicht weiter fahren!“, meint er. Ich rufe jetzt den Abschleppdienst – er fährt Sie und das Auto in die Werkstatt." Als unser Auto auf den Schlepper aufgeladen wird – sind wir ein wenig gerührt, denn unser kleiner Silberpfeil hat uns noch nie im Stich gelassen. Kurze Zeit später sitzen wir in unserem Leihwagen, einem nagelneuen Ford Mondeo und setzen unsere Reise fort.
Unser Urlaubszielort heißt Glowe auf Rügen. Untergebracht sind wir in einer kleinen Pension „Swantekas“.
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Gleich neben dem Haus befindet sich die Ostsee.
Als wir unsere nähere Umgebung in Augenschein nehmen, fällt uns ein großes Gebäude in eigenwilliger Form auf. An vielen Ecken verfallen, scheint es ein Überbleibsel der DDR –Zeit zu sein. Das wird bestätigt, als ich einen Gastwirt befrage, der in unmittelbarer Nähe eine kleine Kneipe betreibt. Er meint: „ Ja, das haben Sie Recht. Das ist die ehemalige Ostseeperle, eine Speisegaststätte und Tanzcafe, in dem seinerzeit die FDGB- Urlauber verköstigt wurden, die hier im Ort ihren Urlaub verlebten.. Man wird dieses Gebäude bis 2006 neu gestalten.“. Und siehe da... bereits am nächsten Tag werden die Baracken neben jener Kulturstätte abgerissen und Teile des großen Gebäudes gemauert( Weiteres siehe ganz unten). Mir kommen Gedanken an das Schlangestehen nach dem Mittagessen in solchen Einrichtungen, an die Freude, wenn man überhaupt mal einen Ferienplatz an die Ostsee ergattern konnte... Die Zeiten haben sich geändert – doch die Gruppierungen in arm und reich – sie sind geblieben. Die Kluft verbreitert sich - nur das Materielle zählt.
Das merken wir auch, als wir einen Abstecher nach Binz unternehmen. Alles neu – in Prunk und Gloria errichtet – das Bade- und Kurhaus erschlägt einen fast mit seinem Pomp! Als wir lesen, was Übernachtungen und Menüs kosten, wissen wir Bescheid: Binz - nur etwas für „Leute mit dem nötigen Kleingeld“.
Binz ist das größte Seebad der Insel. Seit 1876 besuchen Badegäste den traditionsreichen Ort mit seinem feinen, steinfreien Sandstrand. Imposant – wie schon erwähnt, das Kurhaus, welches den optischen und kulturellen Mittelpunkt des Ortes bildet. Es wird flankiert von Gebäuden, die bereits restauriert wurden oder sich in Restaurierung befinden. Man ist bemüht, den Stil der Bäderarchitektur zu erhalten und wiederzufinden. Binz ist in aller Munde. Das größte Seebad Rügens ist im Laufe der letzten Jahre mehr denn je bekannt geworden. In ist – wer in Binz ist! Das erste Mal wurde der Ort 1318 urkundlich erwähnt. Binz verfügt allein über 12.000 Gästebetten. Rund 6000 Menschen leben und arbeiten hier, vorwiegend im Tourismus. 1884 wurde Binz offiziell Badeort. Heute gehört das Ostseebad Binz, genannt „Sorrent des Nordens“ zu den Top – Ferienorten. Ich träume nicht von Binz – ich erlebe es! Wunderschön – die blaue See, die grünen Wälder, die weißen Villen, die herrlichen Blumen. Einzigartig: der steinlose Strand mit den vielen bunten Strandkörben. Beschwingte Tage fernab der Tagtäglichkeiten finde ich hier und lasse meine Seele baumeln. Der treue Begleiter – er ist die „Wohnhöhle“, Kuschelplatz und Windfang in einem, der Strandkorb. 120 Jahre alt ist er. Der Strandkorb – ein Korbgeflecht, das auch als erhöhter Sitz genutzt werden kann. Als ausschlaggebend kann wohl die Geschichte einer gewissen Elfriede Maltzahn angesehen werden, die über Rheuma klagte. Die betagte Dame beauftragte einen Korbmacher, ihr einen schützenden Korbstuhl zu fertigen. 1882 nahm sie das erste Mal Platz in jenem Stuhl und – als Strandkorb wurde er populär. Heute sind rund 170.000 Strandkörbe an Deutschlands Stränden zu finden. Mittlerweile ist der Strandkorb mehr als ein Windfang. Er hat etwas mit Qualität im Sommer und im Badeurlaub zu tun. Komplette Familien bauen sich um ihn herum ihre Strandburgen. Der Strandkorb thront in der Mitte als Symbol der Ferienzeit.
Strandpunkte
Jahrtausende alte Steine und
Bildhauer Natur
Es sind die Standpunkte
an der Küste, am Strand, es ist der Blick in diese, so nahe, Eine neue, zum Verweilen animierende Welt. Nimm' dir Zeit, unsere Welt aufmerksam zu betrachten, lass' die Natur auf dich wirken - und dein Leben wird um Vieles reicher.
Das Ostseebad Binz grenzt auf der einen Seite an die dichten Wälder der Granitz, dort befindet sich auch das Jagdschloss. Auf der anderen Seite geht es nach Prora, zur „Schmalen Heide“ und zur größten Immobilie Europas. Der als „Kraft durch Freude – Bad“ angedachte Ferienpark zu Zeiten des Nationalsozialismus sollte 20.000 Volksgenossen aufnehmen. Der Komplex wird „Koloss von Rügen“ benannt und ging nur kurzzeitig in Betrieb.
unförmiger klotz ein größenwahn in beton mauergeschichte (c) S.Grad-04
Vom Hauptverkehrsweg ist diese gigantische Immobilie nicht zu sehen. Erst wenn man sich auf Grund der Hinweisschilder „KdF –Bad“ orientiert, wird einem bewusst, was Prora einzigartig macht: der pure Gigantismus mehrerer sechsstöckiger Gebäudekomplexe auf einer Länge von etwa 4 Kilometern. Es war das Projekt des wahnwitzigen Hitler. Der Kriegsbeginn verhinderte die Fertigstellung des 1936 begonnenen Projektes. Nach Ende des 2.Weltkrieges sprengte die Sowjetarmee den südlichen Gebäudeblock. Nach 1951 wurden die restlichen Blocks ausgebaut und militärisch genutzt. Trotz Wiedervereinigung dauerte es noch bis 1992, bis das Militär Prora verließ und es verlor damit den Status eines militärischen Sperrgebietes. 1994 entstand hier eine Museumsmeile. Das historische Museum ist vor allem deshalb so interessant, weil es auch Einblicke in die Ostalgie gibt. Da sehen wir z.B. einen Trabi und das Hinweisschild „Letzte Ausfahrt der DDR“.
Naturidylle
Ein besonderes Erlebnis bot sich, als wir den Kreidefelsen besuchten, die 412 Stufen hinab stiegen, um die Naturpracht von unten zu bestaunen. Und - wunderschön – diese Steine. Sie lockten zu Fotos und zauberten die Idee zu einem Gedicht. Selbst die 412 Stufen wieder hinauf kamen mir nicht allzu beschwerlich vor, denn die unangetastete Natur brachte eine herrliche Stimmung.
Millionen Jahre und trotzdem weiße Kreide! Rügen wird als Insel des weißen Goldes bezeichnet. Der Abbau dieses Schatzes begann im 19. Jahrhundert. Die Kreide wurde für medizinische Anwendungen abgebaut und verarbeitet. Als Kreideheilbad erlebte Sassnitz einen Aufschwung. Mittlerweile ist die Kreide in vielen touristischen Einrichtungen der Insel Rügen ein wichtiger Bestandteil in Wellness – Abteilungen. Wie ist Kreide überhaupt entstanden? Sie besteht aus Gehäuseresten winziger einzelliger Meerestiere, die sich vor rund 70 Millionen Jahren im Meer ablagerten und verfestigten. Ein Kreidebad mit mit „Original Rügener Heilkreide“ ist für rheumatische Beschwerden, nervöse und körperlich bedingte Verspannungen ein gutes Mittel der Linderung. Zum Kreidefelsen pilgern jährlich rund eine Million Besucher, um den fantastischen Rundblick aus 117 m Höhe auf die Kreidesteilküste und auf das Meer zu erhaschen. Wir hatten Glück mit dem Wetter. So konnten wir zahlreiche Fotos schießen, die Reinheit des Wassers und alles Naturell drum herum fantastisch wiedergeben. Der Königsstuhl, das weltberühmte Wahrzeichen der Insel Rügen, liegt mitten im Herzen des Nationalparks Jassmund. Kreidefelsen und Meer, urtümliche Rotbuchenwälder, Wiesen und Moore und die darin lebenden Tiere machen den Reichtum dieses kleinsten Nationalparks von Deutschland aus. Es kommt einem beim Spazieren gehen vor als ob die Zeit stehen bleibe. Um den Nationalpark Jassmund in 15 Minuten aus der Adler – Perspektive zu erleben, besuchten wir die Multivisionsschau. Dort wurden wir vom Zusammenspiel aus klassischer Musik und einzigartigen Naturaufnahmen auf vier Großleinwänden fasziniert. Eine Zeitreise durch Rügens NaturSchauspiel. Rügen ist die größte und vielleicht auch schönste Insel der Bundesrepublik Deutschland. Mit ihrer Vielfalt an Landschaftsformen, von flachen Boddenküsten, steilen Kreidefelsen, tiefen Buchenwäldern, grasbewachsenen Hügeln bis zum platten Landstrich und sanften Hügelketten
hat die Insel alles zu bieten. .
Mondäne Badeorte, verträumte Fischerdörfer, Schlösser, unberührte Natur und kilometerlange feine Sandstrände sind zu erwähnen. Das Inselklima zeichnet sich durch frische Luft, viel Sonne und stetem leichten Wind aus. Die Insel weist 570 km Küstenlänge auf. Sie wird von etwa 74.000 Rüganern bewohnt.
Am Rügenstrand
Kreidefelsen wuchsen zum Himmel empor, sie geben der Insel ein herrlich' Dekor. Der Wanderer am schönen Rügenstrand das herrlich und einmalig wohl fand. Und wanderst du oben durch Wald und Flur, dann wechseln die Bilder zum Strand hier nur.
Wanderst du zum Leuchtturm Kap Arkona raus, ruh' dich erst einmal in Vitt dann aus. Heringsfischer haben hier ein schönes Zuhaus', und Fischkäufer gehen hier stets ein und aus. Auch gibts in Vitt eine Künstlerkolonie, was Sie hier sehen, das vergessen Sie nie!
S T Ö R T E B E K E R
i s t w i e d e r d a !
Im Zeichen des Kreuzes
Die Abenteuer des legendären Störtebeker auf der Naturbühne Ralswiek
Störtebeker in des Henkers Hand
Foto 1: Kogge Störtebekers - fotografiert bei einer Probefahrt Foto 2:Okra und Klaus Störtebeker: endlich vereint! Foto 3: Marienhafe wird in Schutt und Asche gelegt Foto 4: Klaus Störtebekers Hinrichtung auf dem Grasbrook zu Hamburg
Das Vermächtnis
www.stoertebeker.de/saison/inhalt.pdf
Juli 2006 Juli 2009
Urlaub an der Ostsee
Nach Nord der nahe Ostseestrand, nach Süd ein Stück vom Waldesrand. Dazwischen für das Wohlgefühl ein wunderschönes Domizil.
Und Rügen mit vielen schönen Ecken braucht Zeit, um alles zu entdecken! Dazu die Tage voller Sonnenschein, wie kann ein Urlaub schöner wohl sein?
Glowe – der schönste Strand und Natur pur Auf ihren Strand an der Tromper Wiek, wie die Bucht im Norden der Insel Rügen heißt, sind die Einwohner der Gemeinde Glowe besonders stolz. Und das mit Recht, denn in dem ehemaligen Fischerdorf, das heute quirliger Badeort ist, beginnt der wohl schönste Strand der Insel Rügen. Von dem kleinen, schönen Hafen in Glowe erstreckt er sich am gesamten Ufer der Schaabe entlang bis hinter den Ort Juliusruh. Auf fast 10 km Länge findet man hier einen Strand mit allerfeinstem Sand. Da sich das Wasser nur ganz allmählich vertieft, ist der Strand sowohl bei Familien mit kleinen Kindern als auch bei Nichtschwimmern sehr beliebt. Rügen gehört zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Von der Sonne verwöhnt und niederschlagsarm ist auch die Gemeinde Glowe, die nicht weit entfernt vom „Nordkap“ der Insel Rügen entfernt ist. Die kürzlich neu angelegte Strandpromenade, etwa zwei Kilometer lang, führt zu dem kleinen, aber feinen Hafen von Glowe. Von der Aussichtsplattform hat man dort einen herrlichen Blick – auf der einen Seite das Meer, auch der anderen Seite die Insel Rügen. Gegenwärtig, wir haben Juli 2006, werden in Glowe die Geh- und Radwege erneuert. Gleichfalls soll, wie ich schon erläuterte, auch die „Ostseeperle“ in neuem Kleid entstehen. Denn: Glowe will Ostseebad werden, d.h. die Gemeinde wird sich für diesen Titel bewerben. Juli 06
Die Ostseeperle
Foto 1: 2004 - der Abriss geht voran Foto 2: Der Wirtschaftstrakt wird abgerissen Foto 3: 2006 - erste Rekonstruktionsarbeiten sichtbar/ Dachsanierung Foto 4: Innenausbau hat begonnen: Pfeiler eingezogen
Letzte Aufnahmen: Juli 2006
aktualisiert am 5. August 09
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